„Post aus meiner Küche“ die Zweite…. zumindest für mich. War bei der letzten Runde „In der Weihnachtsschickerei“ dabei und hatte so viel Spaß, dass ich mich auch bei diesem Mal sofort angemeldet habe. Das Thema „Kindheitserinnerungen“ ist wirklich toll. Auch wenn ich zunächst wirklich schwer in´s Grübeln kam, habe ich doch schöne Erinnerungen zum Verschicken gefunden. Aber lest selbst….
Geboren in Meißen, habe ich die ersten 10 Jahre meiner Kindheit in der ehemaligen DDR verbracht. Da meine Ma allerdings aus Polen kommt, war ich sehr oft und auch sehr lange bei meiner Omi in Polen. Dies hat natürlich meine kulinarischen Erinnerungen an meine Kindheit geprägt. Gut, als Kind habe ich wirklich sehr, sehr wenig gegessen, was sowohl meine Ma als auch meine polnische Omi immer an den Rand der Verzweiflung gebracht hatte. Sie haben es wirklich mit allerlei Sachen probiert etwas Fett auf meine Rippen zu bekommen, damit das Kind nicht so abgemagert aussieht und die Nachbarn nicht denken, dass es nichts zu essen bekommt. Aber wenn ich etwas gerne gegessen habe, dann war es eben Brot mit Butter oder Zucker, wahlweise auch einfach Ketchup auf´s Brot. Gab natürlich auch die Phase wo ich überall Ketchup drauf getan habe. Weitere Leckereien die mich an meine Kindheit erinnern, die aber schwer zu verschicken sind:
- Sächsische Quarkkeulchen
- Zapiekanki (überbackenes Baguettebrot in Scheiben geschnitten mit Schinken, gerieben Champignons und Käse)
- Pierogi
- Eier ins Senfsoße (ok die Eier muss ich nicht haben, aber frische Kartoffeln mit Senfsoße)
- Grüner Salat mit warmen Speck-Essig-Dressing, dazu frische polnische Kartoffeln und ein Glas Buttermilch
· Und natürlich Suppen, in allen Varianten…
Aber kommen wir nun zu den Kleinigkeiten, die ich für meine Tauschpartnerin gezaubert habe.
Zitronen-Orangen-Limonade
Rührt natürlich aus meiner DDR-Zeit. Es gab nicht wirklich leckere Limonade zu kaufen. Somit hatte meine Ma immer leckeren Zitronensirup gekocht, der mit Wasser aufgefüllt wirklich sehr leckere Limonade ergab. Jetzt werden die aufmerksame Leser feststellen, dass die Kasia Orangen hinzugefügt hat. Aber die gab´s doch im Osten gar nicht bzw. nur sehr selten???? So war es auch. Orangen und Bananen gab es wirklich nur sehr selten und die Schlangen vor´m Konsum waren auch entsprechend lang. Nun, beim Nachkochen ist mir aufgefallen, dass es mit Orangen einfach noch einen kleinen Tick besser schmeckt und eine schönere Farbe ergibt.
Zitronen-Orangen-Limonade
7 Zitronen
5 Orangen
20 g Zitronat
375 ml Wasser
1 kg Zucker
Die Zitronen und Orangen auspressen und mit den anderen Zutaten in einen Topf geben. Aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen und in sterilisierte Flaschen füllen. FERTIG! J Der Zitronen-Orangen-Sirup kann mit Mineralwasser gemischt werden, aber jetzt wo wir erwachsen sind geht bestimmt auch eine Mischung mit Sekt oder Prosecco! ;-)
Hausgemachte Nudeln
Die Polen sind Suppenkasper und meine Familie ganz besonders. Es wird sich grundsätzlich um den letzten Teller Suppe gestritten und es könnte für uns alle täglich Suppe geben. Somit bin ich eben mit den verschiedensten Suppen (Hühnersuppe, Tomatensuppe, Salzgurkensuppe, Rote-Beete Suppe – mit Stampfkartoffeln oder etwas schärfer mit selbstgemachten Pierogi, Sauerkrauteintopf, Spitzkohleintopf, Graupensuppe, Kartoffelsuppe (mit Buttermilch), Zurek, Champignonsuppe, Suppe aus getrockneten Steinpilzen (gibt es immer Heiligabend, da wir an diesem Tag kein Fleisch essen), Erbsensuppe, Flaki usw.) groß geworden.
Meine liebe Omi (Babcia Basia) hat die Nudeln für die Suppen immer selbst gemacht – und macht es auch heute noch. Somit haben wir meist sonntags, nachdem wir brav in der Kirche waren, Nudelteig geknetet, ausgerollt, die Fladen in der Wohnung verteilt getrocknet und anschließend geschnitten und getrocknet.
Hausgemachte Suppennudeln
500 g Mehl
6 Eigelb + 1 ganzes Ei
Prise Salz
Zubereitung:
Das Mehl durchsieben. Salz, die Eigelbe sowie das ganze Ei hinzugeben und zu einem Teig kneten. Wenn der Teig etwas zu hart ist, ein bisschen Wasser hinzufügen. Nun den Nudelteig in ca. 4 Teile aufteilen und mit Hilfe von Mehl ganz dünn ausrollen. Die „Nudelteigfladen“ auf einem großen Tisch etwas trocken lassen. Jetzt die Fladen in längliche Streifen (ca. 4-5 cm) schneiden übereinanderlegen und quer in dünne Streifen schneiden. Die Nudeln sind schon mal fertig. J Zum Trocken die Nudeln noch ein paar Stunden auf einem Tisch oder Küchentücher verteilen und anschließend in schicken Dosen aufbewahren. Die Nudeln sind im kochenden Salzwasser schnell gekocht und können mit lecker Suppe (Hühner-, Rinderkraftbrühe aber auch mit Tomatensuppe) genossen werden.
Rogaliki
Die kleinen Rogaliki gab es immer neben einer dicken Buttercremetorte auf sämtlichen Geburtstagen oder zu Weihnachten. Das schlimme an den Dingern ist, dass wenn man damit anfängt, der Suchtfaktor schnell zum Tragen kommt und es nie bei einem bleibt! ;-) Die kleinen Rogaliki können nach Belieben gefüllt werden. Klassische Füllungen für die Rogaliki sind Pflaumenmuss, Quark aber auch andere kräftige Konfitüre.
Rogaliki
½ Glas warme Milch, 100g Hefe, 1 Löffel Zucker, 1 Löffel Mehl
… vermischen und zur Seite stellen, bis der Teig anfängt zu „wachsen“.
o.a. Masse mit 1 kg Mehl, 250 g Butter, 4 Eier, 6 Löffel Zucker zu einem Teig gut verkneten und für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
Den Teig in dann in runde Fladen ausrollen mit einer Dicke von 5 mm. Diesen Fladen dann in 12 Stücke schneiden (wie einen Kuchen). Auf die breiten Enden einen kleinen Teelöffel Marmelade, Mohnmasse, Nutella oder Pflaumemus geben und dann wie einen Croissant einrollen. Die „Rogaliki“ auf einem Backblech verteilen und mit einem verquirlten Ei bestreichen. Dann ab in den Ofen (200 Grad vorgeheizt) und ca. 15 Minuten (mittlere Schiene) backen.
Wenn Sie aus dem Ofen kommen kurz abkühlen lassen und mit einer Glasur aus Puderzucker und ein bisschen Zitronensaft bestreichen.
Smacznego!!!